Philosophie der Lebenskunst

Eine Grundlegung

Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft Nr. 1385
Frankfurt/M. 1998,
14. Auflage 2016; gebundene Neuausgabe 2003
566 Seiten. 15 Euro. ISBN 3-518-28985-3

Übersetzung: Italienisch (2014)

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Kurzinformationen

Das Interesse an Lebenskunst ist zeitbedingt. Nach Lebenskunst fragen diejenigen, für die sich das Leben nicht mehr von selbst versteht, in welcher Kultur und Zeit auch immer. Die Frage bricht vorzugsweise dort auf, wo Traditionen, Konventionen und Normen nicht mehr überzeugend sind und die Individuen sich um sich selbst zu sorgen beginnen.

In seiner Neubegründung einer Philosophie der Lebenskunst aus dem Problemhorizont der Gegenwart heraus geht es dem Autor vor allem darum, jene Aspekte ausfindig zu machen, die, "quasi-transzendental", zwar nicht für jede mögliche, aber für jede reflektierte und in diesem Sinne philosophische Lebenskunst grundlegend sind - ein Versuch, Lebenskunst nicht, wie in der Tradition häufig geschehen, inhaltlich festzulegen, sondern ihre Grundbedingungen zu thematisieren, die im jeweiligen historischen und kulturellen Kontext die Bedingungen ihrer Möglichkeit darstellen und deren konkrete Ausgestaltung den Individuen überlassen bleiben muss.

Aufgabe einer Philosophie der Lebenskunst ist es, die theoretischen Elemente bereitzustellen, mit deren Hilfe ein Individuum sein Leben selbst gestalten kann. Das Buch beginnt mit einem Bild: "Exkursion in die Philosophie" (1959 von Edward Hopper). Seine Forschungsreise führt zunächst in die Geschichte der Philosophie, um aufzuzeigen, wie tief die Frage der Lebenskunst in ihr verwurzelt ist, bevor sie im Verlauf des 19 und 20. Jahrhunderts fast gänzlich außer Blick geriet. Mit Bezug auf die Herausforderungen der Gegenwart werden dann die Umrisse einer Philosophie der Lebenskunst skizziert.
Ein Nachdenken über die Moderne bildet den Hintergrund für die Entfaltung der Begriffe der Lebensführung, der Lebensform und des Lebensstils. Über die Frage nach dem "guten Leben" hinaus, die in den neunziger Jahren wieder an Bedeutung gewonnen hat, wird hier die weitergehende nach dem "schönen Leben" gestellt.

Die Frage nach dem Subjekt der Lebenskunst wie auch nach dem Verhältnis zwischen dem Selbst und den Anderen wird eingehend erörtert. Eigens thematisiert wird die Hermeneutik der Existenz, die erforderlich ist, um sich aufs Leben zu verstehen, sowie die Lehr- und Lernbarkeit dieses Vermögens. Schließlich kommt es Schmid darauf an, die Problemstellung der Ökologie in ihrer Bedeutung für eine neue Lebenskunst herauszustellen und die Grundzüge einer ökologischen Lebenskunst für eine andere Moderne, nach der Postmoderne, zu entwerfen.

Diese Grundlegung einer Philosophie der Lebenskunst möchte, ausgehend von dem Werk Foucaults, einem einst zentralen, dann "vergessenen" Interesse der Philosophie wieder die ihm gebührende Geltung verschaffen.

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Inhalt

 

Vorwort

 

"Exkursion in die Philosophie"

  • Edward Hoppers Bild

  • Warten auf das Leben und die Suche nach einer neuen Lebenskunst

Was ist Philosophie der Lebenskunst?

  • Zum Ort der Lebenskunst in der Geschichte der Philosophie

  • Lebenskunst und Lebensphilosophie, Phänomenologie, Existenzphilosophie, Psychoanalyse, Kritische Theorie

  • Worin besteht der Beitrag der Philosophie zur Lebenskunst?

  • Moral, Moralistik, Ethik und Lebenskunst

  • Kunst und Lebenskunst: Das Leben als Kunstwerk

  • Anthropologie und Lebenskunst: Die Gestalt des Menschen

  • Einige Grundfragen der Lebenskunst

Der Freiheit Formen geben: Lebenskunst nach der Postmoderne

  • Auf der Suche nach einer anderen Moderne: Die Frage nach einer neuen Lebenskunst

  • In der Struktur der Widersprüchlichkeit

  • Die Widerspruchsstruktur der Freiheit und der Begriff der Lebensführung

  • Lebensform, Lebensstil, Lifestyle

  • Die neuerliche Frage nach dem Begriff der Kultur

  • Lebenskunst im Cyberspace

  • Medien und Lebenskunst: Wie wird Wirklichkeit hergestellt?

Politik der Lebenskunst: Ein anderes Politikverständnis

  • Lebenskunst und Machtstrukturen

  • Das Problem des Kapitalismus und die Frage des Eigentums

  • Die Renaissance des Individuums und die Ästhetik der Existenz

  • Ablehnung und Aufhebung des Individuums: Auseinandersetzung mit Faschismus und Stalinismus

  • Ein neuer Humanismus? Die Frage der Menschenrechte und die Lebenskunst

  • Das Ende der Geschichte? Geschichte machen und uns selber machen

Im Zentrum der Lebenskunst: Die Frage der Wahl

  • Haben wir eine Wahl?

  • Vorbereitung der Wahl: Sinnliche, strukturelle, virtuelle Wahrnehmung

  • Heranreifen der Wahl: Die Urteilsbildung

  • Die verschiedenen Arten der Wahl

  • Wahl der Kriterien, Wahl der Ziele, Wahl der Werte

  • Der Begriff der Klugheit

  • Autonomie und Demokratie: Eigenständige Wahl und System der Wahl

Das Subjekt der Lebenskunst und seine Beziehung zu Anderen

  • Selbstbewusstsein und Selbstgestaltung

  • Das Subjekt der Sorge um sich

  • Multiples Subjekt und das Konzept der Kohärenz

  • Herstellung und Gestaltung der Beziehung zu Anderen

  • Sorge für Andere, Gestaltung durch Andere

  • Formen des gesellschaftlichen Umgangs: Die Citoyenität

  • Die Frage der Gerechtigkeit

Hermeneutik und Pädagogik der Lebenskunst

  • Die Bedeutung der Interpretation für die Führung des Lebens

  • Grundlegende Perspektivität: Dem Leben Sinn geben, zu leben verstehen

  • Die Wissensform des Lebenwissens

  • Zur Geschichte von Wissenschaft und Lebenwissen

  • Leben lernen: Idee der Bildung und Selbstbildung

  • Lebensgestaltung als Schulfach

Asketik: Übungen und Techniken der Lebenskunst

  • Arbeit der Sorge: Das Netz der Gewohnheiten knüpfen

  • Aufhebung der Sorge: Die Lüste geniessen

  • Anstoß zur Sorge: Vom Sinn der Schmerzen

  • Äusserste Sorge: Vom Leben mit dem Tod

  • Grundlegende Technik: Die Zeit gebrauchen

  • Experimentelle Technik: Auf den Versuch hin leben

  • Technik des Umgangs mit Affekten: Kunst des Zorns

  • Technik des Umgangs mit Widersprüchen: Kunst der Ironie

  • Technik der Umkehrung: Negativ denken

  • Aussetzen von Lebenskunst: Melancholie

  • Einsetzen von Lebenskunst: Gelassenheit

Ökologische Lebenskunst

  • Der Blick von Aussen auf den Planeten

  • Die Geburt des modernen ökologischen Bewusstseins aus der Imagination des Blicks von Aussen

  • Technik, Technologie und Lebenskunst

  • Ökologische Klugheit

  • Der Lebensstil des ökologischen Selbst

  • Das Haus, in dem wir wohnen

  • Die Stadt und die Region, in der wir leben

  • Die Gesellschaft, deren Bürger wir sind

  • Die Weltgesellschaft, der wir zugehören

 

Anmerkungen

 

Literaturverzeichnis

 

Sach- und Personenregister

 

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Cover

 

 

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Rezensionen

 

"Es geht darin um das Naheliegende, das die pensionsberechtigten Philosophieprofessoren häufig übersehen, um die Frage nämlich, welche Klugheiten man braucht, um sich aufs Leben gut zu verstehen."

(Rüdiger Safranski in der WOCHE)

 

"Schmids Philosophie der Lebenskunst knüpft an die besseren Restposten der abendländischen Philosophie an."

(Goedart Palm im Online-Kulturmagazin: www.parapluie.de/archiv/haut/lebenskunst)

 

"Wäre der Mensch darauf verwiesen, seinem Leben aus eigener freier Wahl Sinn und Struktur zu geben, dann wäre eine Philosophie der Lebenskunst gefragt, wie sie etwa der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid im Anschluß an Michel Foucault zu definieren versucht."

(Richard Herzinger in der ZEIT)

 

"Wilhelm Schmid hat ein kluges, vielleicht sogar großartiges Buch geschrieben. Es wird einem helfen, das Leben zu meistern, durch die Kunst der Reflexion, durch den ständigen Blick von aussen auf sich selbst und seine Umwelt." 

(Ralph Hammerthaler in der Süddeutschen Zeitung)

 

"Wilhelm Schmid hat mit seiner ‚Philosophie der Lebenskunst' ein geradezu epochales Werk geschrieben, das der vom Fetisch abstrahierender Gelehrsamkeit besessenen Fachphilosophie ein vergessenes Terrain zurückerobert."

(Steffen Graefe im Deutschlandfunk)

 

"Dieses Buch hat eine heuristische Struktur von erstaunlicher Subtilität und Dichte, die es erlaubt, der Frage nach dem eigenen Leben systematisch nachzugehen."

(Ansgar Kemmann in der FAZ)

 

"Wilhelm Schmid legt mit seiner ‚Philosophie der Lebenskunst' eine umfassende Darstellung philosophischer Selbstsorge vor. Sein Buch ist ein großer Wurf." 

(Matthias Jung in Psychologie heute)

 

"Die Stärke des Buches liegt darin, die Möglichkeiten einer Lebenskunst unter den Bedingungen der Moderne aufzeigen zu können." 

(Andreas Luckner in Deutsche Zeitschrift für Philosophie)

 

"Schmid schreibt voll existenziellem Pathos." 

(Johannes Saltzwedel in DER SPIEGEL 8/2000)

 

"Eine Darstellung, die keine wesentlichen philosophiehistorischen, zeitdiagnostischen oder phänomenologischen Aspekte des Themas auslässt."

(Christoph Horn in Allgemeine Zeitschrift für Philosophie)

 

"Das Buch kann allen, die mit der schulischen und universitären Vermittlung von praktischer Philosophie und Ethik zu tun haben, uneingeschränkt empfohlen werden."

(Thomas Rentsch in der Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik)

 

"Schmids 'Philosophie der Lebenskunst' hat alle Voraussetzungen zu einem philosophischen Klassiker."

(Günter Röschert in: Die Drei, Zeitschrift für Anthroposophie, Februar 2001)

 

"Schmids Lebenskunst handelt nicht nur davon, wie man durch Philosophie leben lernen kann, sondern wie Philosophie als begreifendes Denken auch wieder eingreifendes Denken werden kann".

(Volker Caysa in Information Philosophie)

 

"Wie man sein Leben bewusst und in freier Wahl gestalten kann, um der Sinnleere der Moderne zu entkommen, dazu liefert der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid in seiner 'Philosophie der Lebenskunst' die theoretische Grundlage."

(Heimo Schwilk in der "Welt am Sonntag")

 

"Der Berliner Philosoph hat mit seiner 1998 erschienenen 'Philosophie der Lebenskunst' (neunte Auflage 2006) einen Nerv der Zeit getroffen."

(Oliver Pfohlmann in der Neuen Zürcher Zeitung)

 

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