Was geht uns Deutschland an?

Ein Essay

Edition Suhrkamp Nr. 1882
Frankfurt/M. 1993, 2. Auflage 1995
184 Seiten. "Nicht mehr lieferbar"

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Kurzinformationen

Deutschland könnte uns gleichgültig sein, wenn es unproblematisch wäre. Nun aber entsteht erneut die Frage, was diese Gesellschaft denn ist, die unter dem Begriff "Deutschland" firmiert. Offenbar gibt es Strukturen in dieser Gesellschaft, die von einer verhängnisvollen Geschichte herrühren und in der Aktualität erneut hervorbrechen. Die Faszination des Faschismus, so die These von Wilhelm Schmid, kann sich überall dort entfalten, wo Individuen nicht gelernt haben, sich selbst zu führen, und daher dazu neigen, die Führung des eigenen Lebens in die Hände eines Führers zu legen. Das Erlernen der Fähigkeit, sich selbst zu führen, muss deshalb stärker in den Vordergrund rücken. Die politische Bedeutung der Überlegungen des Autors besteht darin, eine individuelle Lebenskunst den pathologischen Formen der Macht entgegenzustellen, ja sie unmöglich zu machen, um eine "Ökonomie der Machtverhältnisse" zu finden, wie sie einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft gemäß ist. Aber es ist auch eine Auseinandersetzung darüber zu führen, was es überhaupt heisst, Mitglied einer Gesellschaft zu sein und wie heute eine postmurale Gesellschaft aussehen könnte, um nicht wieder der Versuchung der Herstellung einer "Gemeinschaft" zu erliegen. Es muss darum gehen, größere Aufmerksamkeit auf die Ausgestaltung der Machtbeziehungen im einzelnen zu verwenden und Sensibilität für die eigene Machtausübung zu entwickeln. Die Politik wäre in dieser Perspektive als eine "Kunst des Lebens" zu verstehen, um diesen Begriff des geläuterten Thomas Mann aus seiner Rede von 1945 aufzunehmen.

 

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Inhalt

 

Vorwort 

"Ihr jauchzet entzückt von dem teuflischen Schein": Was macht die Faszination des Faschismus aus?

  •      Sieben verschiedene Arten, die Geschichte des Faschismus zu schreiben

  •      Ästhetik der Existenz und Ästhetik der Macht

  •      Die verhängnisvolle Beliebtheit des Wunschkonzerts

  •      Krieg zwischen Zeit und Raum

  •      Der Körper ist ein Politikum

  •      Wie wird Wirklichkeit hergestellt?

  •      Die Geschichte des parrhesiastischen Widerspruchs

Auf der Suche nach einem anderen, nichtfaschistischen Leben: Die Geschichte der Bewegung von 1968 in Deutschland

  •      Die These von der Kontinuität der Strukturen

  •      Ein neuer Begriff von Politik

  •      Der Aufbruch in die Zeit und die Etablierung einer kritischen Öffentlichkeit

  •      Die Befreiung von jeder beherrschenden Macht

  •      Die sexuelle Revolution

  •      Anders leben lernen

  •      Der neue Stil der Existenz

Brauchen wir eine neue "nationale Identität"? Gesellschaft, Nation und Nationalismus in der Gegenwart

  •      Die Spannung zwischen Ost- und Westdeutschland

  •      Zur Herkunft des Denkens der "Nation"

  •      Nationalismus in Mittel- und Osteuropa: Angst vor dem Aufbruch in die Zeit

  •      Wenn vom "Volk" die Rede ist

  •      Muss von einem neuen Kulturkampf gesprochen werden?

  •      Wer ist deutscher Staatsbürger?

  •      Das Ende der Linken ist nicht das Ende der Utopien

Schluss: Was Deutschland uns nun angeht - Die Suche nach einer Kultur der Citoyenität

 

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Cover

 

 

 

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Rezensionen

 

"Ein streitlustiger und lebendig geschriebener Essay"

(Bertolt Fessen in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie)

 

"Wilhelm Schmid sucht in seinem eindringlichen, facettenreichen Essay über die Aktualitäten hinaus vielleicht am eindringlichsten nach dem Kern aller Fragen."

(Heinrich Vormweg im Westdeutschen Rundfunk)

 

"Wilhelm Schmid, der Foucault treu geblieben ist, gelingt es, auf dem europäischen Teppich zu bleiben und die Nation mit nüchternen Augen zu sehen."

(Hauke Brunkhorst in der ZEIT)

 

"Der Essay ist mutig und zugleich beängstigend. Mutig, weil er eine klare und kräftige Antwort auf die wachsende Deutschtümelei gibt. Beängstigend, weil Schmid mit seiner Auffassung auch bei linken Intellektuellen bis jetzt allein steht."

(Genevieve Hesse in der Berliner Zeitung)

 

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