Die Geburt der Philosophie im Garten der Lüste

Michel Foucaults Archäologie des platonischen Eros

Frankfurt/M. 1987, 1990, 1994
Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt/M. 2000, 224 Seiten, 8 Euro

4. Auflage 2016, ISBN 978-3-518-39715-2

Übersetzungen: Chinesisch (2012)

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Kurzinformationen

Die Liebe, das Verlangen, die Lüste - kaum etwas hat die Menschen, quer durch die Zeiten, mehr fasziniert als der Eros. Aber mit der angenehmen erotischen Erfahrung gehen seit jeher unangenehme Irritationen einher: Wie lassen sich die überbordenden Lüste mäßigen? Was ist das richtige Maß im Umgang mit den Lüsten? Denn die am erotischen Spiel Beteiligten laufen Gefahr, zu bloßen Sklaven der Lust zu werden. Oder sie werden um der Lust willen nur "benutzt", verletzt, entwürdigt.

In der Antike kümmerte sich die Philosophie um solche Fragestellungen, die der modernen Philosophie keiner Beachtung mehr würdig zu sein scheinen - ohne dass man sagen könnte, die entsprechenden Erfahrungen seien modernen Menschen fremd. Wer Erotik und Asketik wieder zum Gegenstand einer bewussten Lebensführung machen will, kann sich inspirieren lassen von der antiken Philosophie, für die der richtige Umgang mit den Lüsten ganz selbstverständlich ein grundlegender Bestandteil der Lebenskunst war.

Wilhelm Schmid, einem breiten Publikum bekannt geworden durch sein Buch "Philosophie der Lebenskunst" (1998), skizziert die antike Landschaft des Denkens der Lüste, in deren Umfeld die Philosophie überhaupt erst "geboren" worden ist. Er folgt dabei Überlegungen des französischen Philosophen Michel Foucault (1926-1984), und interpretiert das wichtigste Werk der antiken Philosophie des Eros, Platons "Symposion", neu. Denn hier wird ein Denken entfaltet, das große Bedeutung für die abendländische Kultur gewinnen sollte: Entgöttlichung des Eros und seine Anbindung an das Subjekt, das für ihn nun Verantwortung trägt; Umwendung der Macht der Lust in das Verlangen nach Wahrheit; Orientierung des Lebens an der Idee der Schönheit, die zum Leitstern für die philosophische Lebenskunst wird.

 

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Inhalt

 

Vorwort

 

"Reise nach Griechenland"

  • Ars erotica und Scientia sexualis

  • Philosophie der Beziehung und Subjektphilosophie

  • L'usage des plaisirs: Archäologie einer "Ästhetik der Existenz"

Foucaults Theorie über den "Gebrauch der Lüste" in der Antike

  • Die moralische Problematisierung der Lüste

  • Diätetische Moral und Kunst der Ökonomie

  • Erotische Kunst und wahre Liebe

Das Exempel des Begriffs "tokos en kalo" in Platons Symposion

  • Die sokratische Problematisierung des Eros

  • Die Entfaltung des Begriffs "tokos en kalo"

  • Absehung vom Leib und Aufstieg zur Schönheit

Sokrates hybristes

  • Ars erotica und platonische Techne

  • Liebeskunst und Wahrheitsbezug: Die Ars erotica der Philosophie

  • Die Aporie des Alkibiades

Anmerkungen

 

Bibliographie

 

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Cover

 

 

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Rezensionen

 

"Eindringlicher als andere Darstellungen befasst sich die Arbeit von Wilhelm Schmid mit dem theoretischen Neuansatz des späten Foucault."

(Philipp Rippel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

 

"Schmids Verdienst für die Foucaultrezeption in Deutschland besteht darin, als einer der ersten die Bedeutung des zweiten Bandes der 'Geschichte der Sexualität' Foucaults für die Entfaltung einer Ethik als Ästhetik der Existenz erkannt zu haben."

(Volker Caysa in der Frankfurter Rundschau)

 

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